MP3 ist nicht tot - es rettet Leben in Afrika

Vor 22 Jahren revolutionierte eine deutsche Erfindung eine ganze Industrie. MP3 veränderte unsere Art, Musik zu hören - für immer. Heute scheint es, als ob seine Tage vorbei seien. Es ist weitgehend durch andere Audioformate ersetzt worden. Ist MP3 also tot? Ganz und gar nicht!

Ein gemeinnütziges Unternehmen setzt es als Teil einer innovativen Lösung ein, mit deren Hilfe Landfrauen, die weder lesen noch schreiben können, Gesundheitswissen zugänglich gemacht wird. Mit Hilfe von solarbetriebenen MP3-Playern. Und auch diesmal kommt diese Innovation aus Deutschland. 

Laut World Health Organization könnten drei Viertel aller Krankheiten in Entwicklungsländern schon heute durch eine bessere Ernährung, sauberes Wasser, simple Hygienemaßnahmen, Impfungen und Gesundheitserziehung vermieden werden. In all diesen Bereichen tragen vor allem Frauen die Verantwortung für die Familie. Es würde deshalb Millionen von Leben retten, könnte man Müttern, die weder lesen noch schreiben können, wichtiges Gesundheitswissen zugänglich machen. Aber wie soll das gehen, wenn es in diesen abgelegenen Regionen an Elektrizität fehlt? URIDU, eine deutsche gemeinnützige GmbH (www.uridu.de), hat diese Frage nun beantwortet. Ihre technische Lösung ist dabei ebenso einfach wie effizient: robuste, solarbetriebene MP3-Player. 

Der sogenannte MP3forLife-Player enthält über 400 wichtige Fragen und Antworten zu Themen wie Gesundheit, Ernährung, Familienplanung, Kinderpflege, Arbeit und viele andere. Die Texte werden mit Hilfe von über 10.000 Freiwilligen aus mehr als 100 Ländern im Rahmen eines einzigartigen Crowdsourcing-Projekts in die jeweils benötigte Sprache übersetzt. Danach werden sie von Muttersprachlerinnen auf die Player aufgesprochen. Lokale Organisationen kümmern sich schließlich um die kostenlose Verteilung der MP3forLife-Player an die Landfrauen vor Ort. 

„Vor 20 Jahren kostete Sie der erste MP3-Player noch 250 Dollar und bot Speicherplatz für ungefähr 9 Musikstücke“, erklärt Marcel Heyne, technischer Kopf und Gründer von URIDU. „Heute gilt ein MP3-Player als Low Tech. Unsere Geräte können Hunderte Stunden an gesprochenem Text speichern und besitzen eine eingebaute Solarzelle. Und sie kosten weniger als zwei Café Latte von Starbucks. Kein anderes Audioformat war weiter verbreitet als MP3. Im Grunde recyceln wir diese erfolgreiche Technologie, indem wir sie einfach anders als bisher nutzen.“ 

Der MP3forLife-Ansatz ist bereits in Tansania in Zusammenarbeit mit dem nationalen Ministerium für Gesundheit und Soziales implementiert worden. Weitere ostafrikanische Länder folgen diesem Beispiel.