Die Geschichte von URIDU und MP3forLife

URIDU ist eine gemeinnützige, unabhängige Organisation, die Landfrauen in Entwicklungs- und Schwellenländern stark machen will. URIDU wurde von Felicitas und Marcel Heyne gegründet.

Felicitas Heyne wurde 1966 in Deutschland geboren. Sie ist eine bekannte Psychologin und hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht. Schon immer engagierte sie sich besonders für Frauen und deren Anliegen. Jahrelang arbeitete sie unter anderem ehrenamtlich für ein Notruf- und Beratungszentrum für von sexueller Gewalt betroffene Frauen.

Das Schlüsselerlebnis, das sie schließlich dazu brachte, ein eigenes Projekt für die Unterstützung von Frauen weltweit ins Leben zu rufen, bescherte ihr eine Dokumentation des deutschen Journalisten Claus Kleber: „Hunger!“ In einer Szene darin besucht Kleber ein kleines Dorf in Indien. Dort trifft er auf Chaya, ein kleines Mädchen von etwa eineinhalb Jahren. Chaya ist dem Tod nahe, sehr schwach; sie besteht nur noch aus Haut und Knochen. Die Mutter erklärt dem Journalisten, sie habe alles versucht, ihre Tochter zu füttern, aber das Kind weigere sich, Nahrung anzunehmen. Kleber ist in diesem Moment so schockiert, dass er von der rein beobachtenden Reporter- zur Helfer-Position wechselt und direkt eingreift: Er und sein Team bringen Mutter und Kind zu einem nahe gelegenen Gesundheitszentrum. Die dortigen Mitarbeiter tun nichts Außergewöhnliches. Sie flößen dem Kind einfach nur ein paar Löffel Zuckerwasser ein. So soll es wieder genügend Energie bekommen, um normale Nahrung kauen und schlucken zu können. Und schon ein paar Stunden später isst Chaya tatsächlich eifrig einen Brei.

Die unspektakuläre Maßnahme hatte das Mädchen vor dem sicheren Tod gerettet. Chaya benötigte weder eine aufwändige Operation noch teure Medikamente. Nur ein paar Löffel Zuckerwasser - ein Heilmittel, das die ganze Zeit über absolut in Reichweite ihrer Mutter gewesen wäre. Aber diese hatte keine Ahnung, dass sie damit vielleicht das Leben ihrer Tochter retten könnte. „Die meisten Frauen sind Analphabeten“, erklärt eine der Mitarbeiterinnen des Gesundheitszentrums diese schreckliche Situation anschließend im Interview mit Kleber. „Niemand zeigt ihnen, wie man für Kinder sorgt oder Familienplanung macht.“

Zutiefst erschüttert von dieser Geschichte, begannen Heyne und ihr Mann (von Beruf eigentlich Diplom-Betriebswirt) sich intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen. Wie war es möglich, dass im Jahr 2014 noch immer Kinder weltweit sinnlos starben, nur weil ihre Mütter nicht über derart einfaches Basiswissen verfügten? Während gleichzeitig Frauen in Industrieländern unmittelbaren und sofortigen Zugriff auf jedes nur mögliche Wissen der Welt hatten, und das jederzeit und überall? Wie könnte man diese ungeheure Ungerechtigkeit vielleicht ausgleichen? Wie könnte man simples, aber lebensnotwendiges Wissen über Gesundheit, Kinderpflege, Familienplanung, Ernährung, Hygiene und andere wichtige Dinge auch einer Frau wie Chayas Mutter zugänglich machen: arm, unfähig zu lesen und überdies an einem Ort lebend, wo es nicht einmal Elektrizität gab? Es kostete das Paar ein Jahr intensiver Recherche und Überlegung, dann war die Idee für ihr URIDU-Projekt geboren und auf dem Weg.