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Frauen und das SDG-1: Frauen und das Ende der Armut


SDG1

Mit den 17 globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung (engl. Sustainable Development Goals, auch bekannt als Agenda 2030) haben sich alle Länder der Erde unter dem Dach der Vereinten Nationen auf ein ehrgeiziges Programm geeinigt. Gleich das erste dieser Ziele lautet: Armut in all ihren Formen und überall beenden. Bis heute stellt dies eine der größten Herausforderungen für die Menschheit dar. Als "extrem arm" gilt jemand, der sein oder ihr Leben mit weniger als 1,90 Dollar pro Tag fristen muss. Weshalb dieses Ziel untrennbar mit dem Thema Women's Empowerment verknüpft ist, wird klar, sobald man weiß, dass die Mehrheit dieser extrem armen Menschen Frauen sind.

Generell sind Frauen auf der ganzen Welt häufiger arm als Männer. Dieses Phänomen bezeichnet man auch als "Feminisierung der Armut", und natürlich hängt es direkt mit der Ungleichheit der Geschlechter zusammen. Denn in vielen Ländern werden Frauen auch heute noch grundlegende (Menschen)Rechte und ökonomische Chancen vorenthalten. Das hält sie in einem Teufelskreis der Armut gefangen. Eine Bäuerin in einem Entwicklungsland erhält beispielsweise oft nicht denselben Zugang zu Ressourcen wie Saatgut, Krediten und anderen Dienstleistungen wie ein Bauer. Als Resultat erzielt sie schlechtere Ernteergebnisse als er. Außerdem ist sie nur in den seltensten Fällen Eigentümerin des Landes, das sie bestellt: Nur 20 % der Landbesitzer weltweit sind weiblich. Oft ist es Frauen nämlich gesetzlich verboten, Land zu kaufen oder zu erben. Und selbst dort, wo es ihnen theoretisch erlaubt wäre, geht der Besitz dann aufgrund vorherrschender gesellschaftlicher Konventionen in der Regel doch an ihre männlichen Verwandten.

In vielen Ländern bekommen Frauen nicht einmal die grundlegendste Bildung vermittelt. Damit wird ihnen aber gleichzeitig der spätere Weg zu besseren Arbeitsplätzen und einem besseren Einkommen abgeschnitten. Obwohl der Anteil von Frauen an der erwerbstätigen Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten ständig gestiegen ist, liegt ihr Durchschnittsverdienst deshalb weltweit weit unter dem von Männern. Darüber hinaus wird all die Fürsorgearbeit, die sie innerhalb ihrer Familien leisten, meist weder wahrgenommen noch bezahlt. Deshalb liegt es auf der Hand, dass wir SDG-1, das Ende der Armut, nur dann erreichen können, wenn wir auch die geschlechtsspezifische Diskriminierung beenden.


Mehr zu den 17 Nachhaltigkeitszielen (SDGs) finden Sie hier.