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Frauen und das SDG-2: Den Hunger beenden

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Mit den 17 globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung (engl. Sustainable Development Goals, auch bekannt als Agenda 2030) haben sich alle Länder der Erde unter dem Dach der Vereinten Nationen auf ein ehrgeiziges Programm geeinigt. Das zweite dieser Ziele, SDG-2, zielt darauf ab, bis 2030 alle Formen von Hunger und Unterernährung zu beseitigen und sicherzustellen, dass alle Menschen das ganze Jahr über sicheren Zugang zu ausreichenden und nahrhaften Lebensmitteln haben. Zum SDG-2 gehört auch die Förderung nachhaltiger landwirtschaftlicher Methoden, denn Nahrungsmittelknappheit entsteht oft infolge von Umweltzerstörung, Dürre und Verlust der biologischen Vielfalt.

Seit jeher stellen Frauen aufgrund ihrer traditionellen Rolle einen wichtigen Eckpfeiler der Nahrungsmittelproduktion und -verwertung dar. Die Verbindung zwischen SDG-2 und Women's Empowerment ist daher offensichtlich: Frauen sind überall auf der Welt nicht nur diejenigen, die das Essen für die Familien zubereiten. Frauen und Mädchen machen außerdem 50 bis 70 % der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte aus, oft als unbezahlte Landarbeiterinnen oder Saisonarbeiterinnen. Und dennoch sind sie in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stets die ersten Familienmitglieder, denen ihr gerechter Anteil am Essen vorenthalten wird: In vielen Entwicklungsländern essen traditionell die Männer einer Familie zuerst, gefolgt von den Kindern. Frauen kommen als Letzte dran. Vor allem in armen Haushalten erhalten Frauen daher seltener all die Nährstoffe, die sie brauchen, um die körperlichen Anforderungen der Schwangerschaft und des Stillens zu bewältigen. Josie Huxtable von CARE Australien weist darauf hin, dass die fehlende Geschlechtergerechtigkeit Frauen hier gleich doppelt benachteiligt: einmal als Lebensmittelkonsumenten und zum anderen als Lebensmittelproduzenten.

UN Women hat errechnet, dass die landwirtschaftliche Produktion in 34 Entwicklungsländern um schätzungsweise durchschnittlich bis zu 4 % steigen würde, bekämen Frauen den gleichen Zugang zu Produktionsmitteln wie Männer. Die Zahl der unterernährten Menschen in diesen Ländern könnte allein hierdurch bereits um 17 % gesenkt werden, was wiederum bis zu 150 Millionen weniger hungernde Menschen bedeuten würde. Globale Studien haben immer wieder gezeigt, dass Bildungsmöglichkeiten für Frauen ihre Erwerbs- und Verdienstmöglichkeiten erhöht. Das wiederum wirkt sich positiv auf die Ernährung und Gesundheit ihrer Kinder aus. Laut einer Studie der Weltbank investiert eine Mutter 90 % ihres Lohns in die Versorgung ihrer Familie (ein Vater dagegen nur 35 %). Wie könnten wir also SDG-2 jemals erreichen, ohne zuvor SDG-5 zu erreichen?


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