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Nepal: Manchmal kommt es anders ...

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Tja, liebe LeserInnen - manchmal kommt es anders, als man denkt (oder es sich wünscht). Das ist in Sachen Entwicklungszusammenarbeit auch nicht anders als im sonstigen Leben. Und deshalb müssen wir heute an dieser Stelle leider von einem ziemlich frustrierenden Rückschlag für unser mit so hohen Erwartungen gestartetes Nepal-Projekt berichten. Das tun wir nicht gerne, aber unsere UnterstützerInnen haben schließlich maximale Transparenz bezüglich unserer Arbeit verdient. Auch und gerade bei den Dingen, die nicht so gut laufen, wie geplant.

Vielleicht erinnern Sie sich: Bei unserem Besuch in Nepal Anfang des Jahres konnten wir unter anderem die Clinic Nepal im Süden Nepals als neuen Projektpartner gewinnen. In den Folgemonaten wurde ein gemeinsames Projekt im Bezirk Meghauli beim Royal Chitwan National Park aus der Taufe gehoben. Öffentliche Gelder aus Mitteln des Landes Rheinland-Pfalz für dessen Umsetzung hatten wir dafür beantragt und auch schon genehmigt bekommen. Die notwendigen Vorarbeiten liefen an. So weit, so gut.

Unglücklicherweise kam es im weiteren Verlauf der Projektvorbereitung aber zu Unstimmigkeiten zwischen uns und unserem Partner. Clinic Nepal hatte Kostenvoranschläge für bestimmte Projektaufgaben bei uns eingereicht (unter anderem für Übersetzungs- und Tonaufnahme-Arbeiten) und wollte für diese Aufgabe gern mit ganz bestimmten Dienstleistern in Nepal zusammenarbeiten. Die Honorarvorstellungen dieser Dienstleister hätten aber das dafür veranschlagte Budget bei weitem gesprengt und entsprachen nach unserer Recherche auch nicht dem normalen lokalen Preisniveau für solche Tätigkeiten. Wir baten deshalb darum, doch bitte auf andere lokale Dienstleister zurückzugreifen - es lagen uns bereits einige deutlich günstigere Angebote vor. Schließlich sehen wir uns immer in der Pflicht, die uns anvertrauten Gelder möglichst sinnvoll und effektiv einzusetzen und nicht unnötig zu verschwenden.

Auf dieses Ansinnen reagierte aber Clinic Nepal leider extrem verärgert und beendete die Zusammenarbeit mit URIDU sehr abrupt. So konnte das geplante Projekt mit MP3-Playern, das 1000 analphabetischen Frauen und Müttern im Einzugsbereich der Klinik hätte zugute sollen kommen, leider nicht wie vorgesehen 2019 umgesetzt werden. Sehr, sehr schade!

Dank der Unterstützung des entwicklungspolitischen Landesnetzwerks (ELAN e. V.) war es uns aber möglich, die bereits in Arbeit befindliche Vertonung der für das Projekt vorgesehenen Nepali-Inhalte trotzdem erfolgreich zu Ende zu bringen. Die Textform dieser Inhalte ist nun auf unserer neuen Plattform Audiopedia.io frei zugänglich. Wenn Sie sich also schon immer mal unsere Texte auf Nepali durchlesen wollten, dann können Sie das ab sofort jetzt hier tun! Das Audioformat ist mittlerweile ebenfalls schon über unsere Audiopedia-App verfügbar - sollten Sie sich das Ganze also lieber vorlesen lassen wollen, dann tun Sie das doch gerne hier.

Nepalisprachige NutzerInnen weltweit greifen derzeit schon auf die neuen Inhalte zu. Alle Inhalte können natürlich nicht nur angesehen/angehört, sondern auch kostenlos heruntergeladen werden. Auf diese Weise können sie nicht nur Privatpersonen, sondern auch NGOs, Schulen, Krankenhäuser oder andere interessierte Institutionen in Nepal sowohl in Schrift- als auch in Audio-Version in ihrer Arbeit einsetzen.

Es kommt also zwar auch bei URIDU manchmal anders, als man denkt - aber wie Sie sehen, tun wir unser Möglichstes, damit "anders" am Ende auf jeden Fall doch noch "sinnvoll & nützlich" bedeutet!

Und natürlich bleiben wir am Thema Nepal weiter dran. Früher oder später werden wir hoffentlich mit einem der anderen möglichen Partner, die wir dort kennengelernt haben, auch ein Projekt "on the ground" realisieren können. Über das wir dann wie immer auch an dieser Stelle berichten werden!