Das neue URIDU-Projekt: Open Source for Equality (OSEQ)

Das neue URIDU-Projekt: Open Source for Equality (OSEQ)

Ein Mobiltelefon und ein Internetzugang reichen schon, um ein ganzes Leben zu verändern. Gerade für Frauen in Entwicklungsländern kann das Internet ein Tor zu Bildungsmöglichkeiten darstellen und so ihr Selbstvertrauen, ihr Selbstwertgefühl und ihre Selbstbestimmung stärken. Doch Millionen von Frauen sind gar nicht in der Lage, diese Chancen des mobilen Internets zu nutzen, denn ihnen mangelt es nicht nur an Lese- und Schreibfähigkeiten, sondern auch an digitalen Kenntnissen. Etwa 500 Millionen Frauen weltweit können weder lesen noch schreiben.

In einer zunehmend vernetzten Welt werden Frauen immer mehr abgehängt. Gerade diejenigen unter ihnen, die eigentlich am meisten vom mobilen Internet profitieren könnten, sind immer noch am weitesten davon entfernt, es überhaupt zu nutzen. Diesen Fehler können wir korrigieren, indem wir das Internet integrativer gestalten. Wir können dabei helfen, lokalisierte, für diese Frauen relevante Inhalte zu erstellen und diese über leicht zugängliche Benutzeroberflächen verfügbar zu machen.

Genau darum geht es bei unserer neuen URIDU-Initiative Open Source for Equality (OSEQ). Ziel von OSEQ ist es, SoftwareentwicklerInnen, AutorInnen von Inhalten und Entwicklungsorganisationen zusammenzubringen und lokale Ökosysteme zu schaffen, in denen offene Software für die Entwicklungszusammenarbeit gedeiht. Solche OSEQ-gestützten Projekte wurden bereits in Nigeria, Indien, Pakistan, Ruanda, Tansania, Uganda, Äthiopien und Nicaragua durchgeführt.

Open Source ist der Schlüssel zur Entwicklung digitaler, frei verfügbarer und skalierbarer Lösungen für das Empowerment von Frauen. Idealerweise werden diese Lösungen auch direkt vor Ort, von Frauen für Frauen entwickelt. Das Problem: Nur 6 % aller Open-Source-Mitwirkenden weltweit sind überhaupt Frauen - im globalen Süden liegt diese Zahl sogar noch niedriger.

Mentoring, Rollenvorbilder und Kompetenztraining helfen dabei, Programmiererinnen zu stärken und zu ermutigen. Gefühle von Isolation und Ohnmacht reduzieren sich, wenn Frauen die Möglichkeit bekommen, zusammen mit Gleichgesinnten kollektive Lösungen zu entwickeln.

Doch keine noch so gute Ausbildung und kein noch so gutes Mentoring kann die geschlechtsspezifische Sozialisierung von Mädchen und Jungen beseitigen, ebenso wenig wie die daraus resultierenden Geschlechternormen und -werte oder die toxische Männlichkeit vieler Online-Open-Source-Gemeinschaften.

Genau deshalb haben wir die Initiative Open Source for Equality ins Leben gerufen. Wir wollen damit einen anfängerfreundlichen, sicheren Raum für Frauen schaffen, in dessen Rahmen sie an Open-Source-Projekten teilnehmen können, die wiederum die Gleichstellung der Geschlechter fördern.

Mehr über Open Source für Equality können Sie hier lesen.