Unsere Ehrenamtlichen erzählen: Thao aus Vietnam

URIDU wäre nichts ohne seine Ehrenamtlichen. Einige davon möchten wir hier in loser Folge selbst zu Wort kommen lassen und im Rahmen unserer Reihe „Unsere Ehrenamtlichen erzählen“ vorstellen. Heute ist es Thao aus Vietnam.

„Ich soll meine Geschichte erzählen? Oje - sie ist doch nur ein Tropfen Wasser im Ozean im Vergleich zu all dem Großartigen, was ihr alle geleistet habt. Aber wenn meine Geschichte andere Menschen motivieren oder inspirieren kann, dann erzähle ich sie natürlich gerne. 

Ich heiße Thao Ho, und ich komme aus einer kleinen Ecke der Welt: Saigon in Vietnam. Dort lebe und arbeite ich zur Zeit auch. Meine großen Vorbilder sind Helen Keller und Mutter Teresa, die ihr ganzes Leben dem Ehrenamt gewidmet haben. Ich selber kann im Alltag immerhin ein bisschen was dazu beitragen, das Umfeld, in dem ich lebe, farbenfroher und besser zu machen und dabei auch selbst mehr Spaß zu haben. Ich frage mich, ob man das überhaupt Ehrenamt nennen kann? Für mich selbst ist es jedenfalls eine gute Sache, ich muss das einfach tun. 

Als ich noch klein war, habe ich oft meinen Eltern und Geschwistern einfach so geholfen, ohne lange darüber nachzudenken. Vielleicht einfach deswegen, weil ich die Stärkste in der Familie war. 

Als ich älter wurde, habe ich meist meine schwächeren Freunde und Verwandten beschützt und älteren Menschen geholfen. Wahrscheinlich deshalb, weil ich das so gewohnt war und weil es mich immer stolz gemacht hat. Eines meiner Geschwister ist behindert, das hat meine Beschützerinnen-Rolle wohl ursprünglich begründet.

Auf der Universität habe ich dann häufiger an Wohltätigkeitsveranstaltungen teilgenommen, um Armen oder Kranken zu helfen. Nach und nach ist mir klar geworden, dass ich mich wirklich glücklich schätzen kann, hinsichtlich meiner Gesundheit, meiner Bildungsmöglichkeiten und meiner Lebensumstände zu den Privilegierteren zu gehören. Auf unseren Exkursionen in abgelegene Gebiete, auf denen wir arme Leute ärztlich versorgten und ihnen Medikamente brachten, haben mich das Lächeln und die strahlenden Augen dieser Menschen immer sehr glücklich gemacht. 

Seit ich berufstätig bin, habe ich noch mehr Kontakt mit gebrechlichen und schwachen Menschen, z. B. mit Behinderten, Kindern, bedürftigen Frauen oder von der Gesellschaft Ausgestoßenen. Mir wird immer klarer, dass sie uns mehr brauchen denn je. Ich habe mir selbst das Versprechen gegeben, keine Gelegenheit auszulassen, ihnen irgendwie zu helfen. 

Das Internetzeitalter hat Größe und Geschwindigkeit vieler Sachen enorm anwachsen lassen, zum Glück auch die von guten Sachen. Hier und da habe ich schon früher dabei geholfen, Informationsmaterialien wie Präsentationen, Handbücher, Artikel, Neudrucke oder Broschüren für Pharmaunternehmen oder internationale Hilfsorganisationen zu übersetzen, Korrektur zu lesen oder auch zu verfassen. 

URIDU aber ist etwas Besonderes für mich. Ich habe den Projekt-Titel „URIDU - Ändere ihr Leben. Ändere die Welt“ auf der Facebook-Seite eines Freundes gefunden, und er hat mich neugierig gemacht. Darum habe ich mich als ehrenamtliche Übersetzerin für die Texte aus dem Englischen ins Vietnamesische registriert. Je mehr ich mich engagiert habe, desto mehr hat mich diese Arbeit jeden Abend inspiriert. Eines Tages bekam ich eine eMail von Marcel Heyne, dem Gründer des Projekts. Er schrieb darin, dass es eine Anerkennungsurkunde für all diejenigen Ehrenamtlichen gäbe, die schon mindestens 500 Worte übersetzt hatten. Ich begann daraufhin auch noch, bereits von anderen übersetzte Texte Korrektur zu lesen und für die endgültige Nutzung frei zu geben. Marcel hat mir immer schnell und verständlich geantwortet, wenn ich eine Frage hatte. Ich finde es wirklich toll, dass ich im Rahmen dieses Projekts mit fast 10.000 anderen Freiwilligen rund um den Globus zusammenarbeiten kann. Ist das nicht unglaublich? Bald werden wir mehr als 10.000 Freiwillige in über 100 Ländern sein, die die Texte in 100 Sprachen übersetzen. Ich wünsche diesem Projekt alles Gute! Ich glaube wirklich daran, dass es Landfrauen enorm helfen kann. 

Was diese Freiwilligenarbeit einem selbst zurückgibt, ist unbezahlbar. Das liebe ich am meisten daran, und es ist mir eine Ehre, mich hier engagieren zu dürfen. Und was ist mit dir? Warum probierst du es nicht einfach auch aus, um selbst zu erleben, was dir ehrenamtliches Engagement bringt?“

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